Barock 1600–1760

Das Barock entsteht um 1600 in Italien und prägt über mehr als anderthalb Jahrhunderte die europäische Kunst- und Möbelgeschichte. Maßgeblich durch Frankreich beeinflusst, entwickelt sich eine repräsentative Formensprache, in der Bewegung, Pracht und Inszenierung zentrale Rollen spielen. Architektur, Malerei und Innenausstattung verschmelzen zu einer Gesamtkunst im Dienst von Kirche und absolutistischer Herrschaft.

In Süddeutschland hinterlassen die Gebrüder Asam eindrucksvolle Zeugnisse dieser Epoche. Stilistisch reicht die Entwicklung vom Knorpel- und Ohrmuschelstil über Akanthus- und Bandelwerkornamente bis zu den Rocaillen der Spätphase. Gewendelte Säulen, reich geschnitzte Aufbauten und aufwendige Marketerien prägen die Möbelkunst. Verwendet wurden kostbare Materialien wie Ebenholz, Schildpatt, Elfenbein oder vergoldete Bronze. Barocke Möbel stehen bis heute für architektonische Raumwirkung und repräsentative Wohnkultur.

Antike Möbel & Designklassiker

Vom 17. bis zum 20. Jahrhundert

Antike Möbel sind Ausdruck ihrer Zeit – kulturell, handwerklich und architektonisch. Jede Epoche spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen, ästhetische Ideale und technische Fortschritte wider. Bei COLONEUM Antik in Regensburg finden Sie ausgewählte Originale vom Barock bis zur Postmoderne – sorgfältig kuratiert und mit Respekt vor Material und Substanz restauriert.

Barock

1600–1760

Das Barock entsteht um 1600 in Italien und prägt über mehr als anderthalb Jahrhunderte die europäische Kunst- und Möbelgeschichte. Maßgeblich durch Frankreich beeinflusst, entwickelt sich eine repräsentative Formensprache, in der Bewegung, Pracht und Inszenierung zentrale Rollen spielen. Architektur, Malerei und Innenausstattung verschmelzen zu einer Gesamtkunst im Dienst von Kirche und absolutistischer Herrschaft.

In Süddeutschland hinterlassen die Gebrüder Asam eindrucksvolle Zeugnisse dieser Epoche. Stilistisch reicht die Entwicklung vom Knorpel- und Ohrmuschelstil über Akanthus- und Bandelwerkornamente bis zu den Rocaillen der Spätphase. Gewendelte Säulen, reich geschnitzte Aufbauten und aufwendige Marketerien prägen die Möbelkunst. Verwendet wurden kostbare Materialien wie Ebenholz, Schildpatt, Elfenbein oder vergoldete Bronze. Barocke Möbel stehen bis heute für architektonische Raumwirkung und repräsentative Wohnkultur.

Louis Seize

ca. 1765–1792

Der Louis-Seize-Stil markiert den Übergang vom Rokoko zur klaren Strenge des Klassizismus. Benannt nach Ludwig XVI., verbreitet sich die Stilrichtung ab etwa 1765 in ganz Europa. In Österreich, insbesondere in Wien, wird diese Phase als josephinisch bezeichnet – nach der Ära Kaiser Josephs II.

Die Formen werden geradliniger, die Ornamentik disziplinierter. Kannelierte Beine, Girlanden und Medaillons verweisen auf die wiederentdeckten Ideale der Antike. Louis Seize verbindet Eleganz mit architektonischer Klarheit und bildet die Grundlage für die klassizistischen Strömungen des späten 18. Jahrhunderts.

Klassizismus

ca. 1770–1830

Louis-Seize (1770–1790), Empire (1790–1815) und das frühe Biedermeier (1815–1830) bilden die drei klassizistischen Stilrichtungen am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Europa. Der Klassizismus wendet sich bewusst von der Überfülle des Barock ab und orientiert sich an den Vorbildern der griechischen und römischen Antike.

Angestoßen durch das Zeitalter der Aufklärung, durch archäologische Entdeckungen in Pompeji und Herculaneum sowie durch Napoleons Expeditionen, wird die Antike historisch reflektiert neu interpretiert. Proportion, Symmetrie und geometrische Strenge bestimmen die Gestaltung und verleihen den Möbeln zeitlose Ausgewogenheit.

Empire

1804–1815

Das Empire entsteht unter Napoleon Bonaparte als Stil des neuen Machtbewusstseins. Monumental, streng und repräsentativ knüpft es an die Antike an, steigert jedoch deren Ausdruckskraft. Mahagoni wird zur bevorzugten Holzart, ergänzt durch feuervergoldete Bronzeapplikationen.

Antike Symbolik sowie ägyptische Motive – angeregt durch den Ägyptenfeldzug 1798/99 – prägen das Erscheinungsbild. Empire-Möbel sind architektonisch gegliedert, klar proportioniert und von selbstbewusster Präsenz.

Biedermeier

1815–1848

Das Biedermeier steht für die Wohnkultur des gehobenen Bürgertums nach den napoleonischen Kriegen. Zentren wie Wien, München und süddeutsche Städte prägen diese Epoche nachhaltig. Schlichtheit und handwerkliche Präzision werden zum Leitmotiv.

Furnierte Möbel aus Kirschbaum oder Nussbaum überzeugen durch ruhige Flächen, ausgewogene Proportionen und sorgfältige Schellack-Handpolituren. Typische Möbel sind Kommoden, Schränke, Chiffonieren oder Ohrenbackensessel. Biedermeier wirkt zurückhaltend und zugleich erstaunlich zeitgemäß.

Historismus

ca. 1870–1890

Der Historismus, häufig mit der Gründerzeit gleichgesetzt, ist geprägt vom wirtschaftlichen Aufschwung nach 1870. Vergangene Epochen wie Renaissance, Gotik oder Barock werden bewusst aufgegriffen und neu interpretiert.

Im Unterschied zum reduzierten Biedermeier zeigen sich historistische Möbel reich ornamentiert, massiv und repräsentativ. Der Stil steht für handwerkliche Detailfülle und die bewusste Inszenierung von Wohnkultur.

Jugendstil & Art Nouveau

ca. 1895–1910

Um 1900 entwickelt sich europaweit eine neue Formensprache, die Natur, Kunst und Architektur verbindet. In Deutschland spricht man vom Jugendstil, international vom Art Nouveau. Geschwungene Linien, florale Ornamente und organische Formen prägen die frühe Phase.

Zentren sind Paris, Brüssel, München und Wien. In Österreich entsteht mit der Wiener Sezession eine strengere, geometrischere Ausprägung, vertreten durch Josef Hoffmann und Koloman Moser. Jugendstil verbindet dekorative Raffinesse mit konstruktiver Klarheit.

Bauhaus

1919–1933

1919 gründet Walter Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus. Ziel ist die Verbindung von Kunst, Handwerk und industrieller Fertigung. Ornament wird abgelehnt, die Form entwickelt sich aus der Funktion.

Klare Linien, sichtbare Konstruktion und neue Materialien prägen die Gestaltung. Das Bauhaus beeinflusst die moderne Architektur und Möbelgestaltung bis heute nachhaltig.

Art Déco

1920–1940

Art Déco steht für elegante Sachlichkeit und luxuriöse Materialität. Seinen internationalen Durchbruch erlebt der Stil 1925 auf der Pariser Weltausstellung. Im Gegensatz zum floralen Jugendstil setzt Art Déco auf klare Geometrie und kontrastreiche Oberflächen.

Edelhölzer, Klavierlack, Rochenhaut sowie Nickel- und Chrombeschläge prägen Sideboards, Barmöbel und repräsentative Ensembles. Art Déco verbindet handwerkliche Perfektion mit urbaner Eleganz.

Mid-Century

1945–1969

Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg stehen für gestalterische Erneuerung und konstruktive Klarheit. Klare Linien, ausgewogene Proportionen und hochwertige Serienfertigung prägen die Epoche.

Teakholz, warme Farbtöne und organische Formen verbinden Funktionalität mit Wohnlichkeit. Mid-Century Möbel gelten bis heute als zeitlose Klassiker moderner Gestaltung.

Space Age

ca. 1965–1975

Das Space Age greift die technologische Euphorie der 1960er Jahre auf. Organische Kunststoffformen, futuristische Linien und innovative Materialien prägen die Gestaltung. Die Möbel spiegeln den Zeitgeist der Raumfahrt und des Fortschritts wider.

Postmoderne

ca. 1975–1995

Die Postmoderne löst sich von der Strenge der klassischen Moderne. Farbe, Ironie und bewusst zitierte Formen bestimmen die Gestaltung. Möbel werden wieder erzählerischer, individueller und experimenteller interpretiert.

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